Essstörungen

Essstörungen sind Krankheiten, die vorwiegend junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren betreffen. Von den Mädchen und jungen Frauen in der Schweiz erkranken ein bis drei Prozent an einer Essstörung, bei den jungen Männern ist die Zahl etwas geringer.
Für die Entwicklung einer Essstörung gibt es verschiedene Ursachen. Meist spielen eine genetische Veranlagung, psychologische und gesellschaftliche Faktoren eine Rolle.
Essstörungen sind Erkrankungen, die schwere gesundheitliche Folgen haben können und häufig chronisch über Jahre verlaufen. Essstörungen sind nicht nur gefährlich für den Körper, sondern bedeuten häufig auch psychische Not und Einschränkung der Lebensqualität.
 

Die verschiedenen Essstörungen

Anorexie (Magersucht)
Magersüchtige sind von der Idee getrieben, extrem schlank zu sein. Sie beginnen zu hungern und fühlen sich anfänglich dabei ziemlich gut. Der Körper reagiert auf das Hungern, indem er Hormone produziert, die ähnlich wie eine Droge wirken können. Doch diese gute Stimmung hält nicht lange an. Die Betroffenen ziehen sich zurück, verweigern den Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen, fühlen sich einsam und traurig. Die Sucht nach dem Dünnsein aber bleibt bestehen. Diese ständige Unterernährung und starke Gewichtabnahme haben für den Körper lebensgefährliche Folgen. Tiefer Blutdruck, Osteoporose (brüchige Knochen) und Muskelschwund sind nur einige davon.


Bulimie (Ess- und Brechsucht)
Die Ess-Brech-Sucht ist eine «heimliche» Erkrankung. Die Betroffenen leiden oft jahrelang, bevor jemand von ihrem Problem erfährt und sie Hilfe in Anspruch nehmen. Auch fällt Bulimie von aussen meist nicht auf, weil die Betroffenen in der Regel normalgewichtig sind. Menschen mit Bulimie veranstalten wahre Fressorgien. Dabei verschlingen sie alles Essbare. Anschliessend versuchen sie mit verschiedenen Mitteln die befürchtete Gewichtszunahme zu verhindern. Sie erbrechen das Essen, nehmen Abführmittel, essen über längere Zeit gar nichts mehr oder treiben extrem viel Sport. Auch Bulimie belastet die Gesundheit stark: Unter anderen sind Zahnschädigungen und Hormonstörungen mögliche Begleiterscheinungen.

Binge Eating (Essanfälle)
Binge Eating bedeutet so viel wie «Essanfälle». Den Betroffenen passiert es immer wieder, dass sie die Kontrolle über das Essen verlieren. Ohne grossen Hunger verschlingen sie riesige Nahrungsmengen und können mit dem Essen erst aufhören, wenn ihnen schlecht ist. Im Gegensatz zur Ess-Brech-Sucht erbrechen sie sich in der Regel nicht. Nach ihrem Essanfall fühlen sie sich schuldig oder ekeln sich vor sich selbst. Aus Scham essen sie oft im Versteckten und leiden schwer unter ihren Essanfällen. Binge Eater sind aufgrund der hohen Nahrungszufuhr häufig übergewichtig.

Mögliche Hinweise auf eine Essstörung

  • starke körperliche und seelische Veränderungen und sozialer Rückzug
  • ständige Beschäftigung mit der Figur und dem Essen
  • starker Wunsch, schöner, dünner oder muskulöser zu sein
  • auffallend grosses Wissen über Essen und Kalorien
  • häufige Schwankungen des Gewichts
  • extremes Sporttreiben
     

Hilfe finden

Wegschauen ist gefährlich, denn Essstörungen können eine ernste Gefahr für die Gesundheit und das Leben der Betroffenen sein.
Wenn du Symptome einer Essstörung bei dir bemerkst, sprich mit einer Vertrauensperson z.B. mit deinen Eltern oder deinem Hausarzt. Wenn du den Verdacht hast, dass eine Freundin oder ein Freund von dir davon betroffen sein könnte, versuche, sie oder ihn darauf anzusprechen. Je früher eine Essstörung professionell behandelt wird, desto einfacher kann sie geheilt werden.
Über die untenstehenden Links kannst du mehr Infos und Hilfe finden.