Essstörungen

Erbrechen, Essattacke oder Hungern – Essstörungen haben viele Gesichter und trotzdem eines gemeinsam: Sie wirken sich negativ auf die körperliche Entwicklung, die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden aus.

Wenn das Essen zum Problem wird

44 Prozent der normalgewichtigen Mädchen und 15 Prozent der normalgewichtigen Jungen empfinden sich als zu dick. Und immer mehr junge Frauen und Männer kontrollieren regelmässig ihr Gewicht und essen bewusst weniger oder trainieren übermässig viel. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn man auf eine gesunde Ernährung und ein eine sportliche Figur achtet. Spätestens aber, wenn das Leben nur noch aus Kalorienzählen besteht, wird es ungesund. Die harmlose Diät kann sich so schnell zu einer gefährlichen Essstörung wie Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) entwickeln. Auch das Binge Eating Disorder, das übersetzt so viel wie Essattacke bedeutet, zählt zu den Essstörungen. Wie der Name schon sagt, stehen dabei exzessives und übermässiges Essen im Mittelpunkt. Eine häufige Begleiterscheinung der Krankheit ist starkes Übergewicht.

Gefahr für Körper und Seele

Erbrechen, Essattacke oder Hungern – Essstörungen haben viele Gesichter und trotzdem eins gemeinsam: Sie wirken sich negativ auf die körperliche Entwicklung, die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden aus. Und sie können auch durchaus bleibende körperliche Schäden zur Folge haben.

Die verschiedenen Formen von Essstörungen

Anorexie (Magersucht)

Magersüchtige sind von der Idee getrieben, extrem schlank sein zu wollen. Sie beginnen zu hungern und fühlen sich dabei anfänglich ziemlich gut. Der Körper reagiert auf das Hungern, indem er Hormone produziert, die ähnlich wie eine Droge wirken können. Doch diese gute Stimmung hält nicht lange an. Die Betroffenen ziehen sich zurück, verweigern den Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen, fühlen sich einsam und traurig. Die Sucht nach dem Dünn sein aber bleibt bestehen. Die ständige Unterernährung und starke Gewichtabnahme haben auf den Körper lebensgefährliche Folgen. Tiefer Blutdruck, Osteoporose (brüchige Knochen) und Muskelschwund sind nur eine der wenigen Nebenfolgen der Magersucht.

Bulimie (Ess- und Brechsucht)

Menschen mit Bulimie leiden unter Essanfällen, dabei verschlingen sie alles Essbare und versuchen anschliessend, mit verschiedenen Mitteln die befürchtete Gewichtszunahme zu verhindern. Sie erbrechen das Essen, nehmen Abführmittel, essen über längere Zeit gar nichts mehr oder treiben extrem viel Sport.

Binge Eating Disorder

Binge Eating bedeutet so viel wie «Essanfälle». Den Betroffenen passiert es immer wieder, dass sie die Kontrolle über das Essen verlieren. Ohne grossen Hunger nehmen sie riesige Nahrungsmengen zu sich und können mit dem Essen erst aufhören, wenn ihnen schlecht ist. Im Gegensatz zur Ess-Brech-Sucht erbrechen sie sich in der Regel nicht. Nach ihrem Essanfall fühlen sie sich schuldig oder ekeln sich vor sich selbst. Aus Scham essen sie oft im Versteckten und leiden schwer unter ihren Essanfällen.

Adipositas (Fettsucht)

Immer mehr Kinder und junge Erwachsene leiden an Übergewicht. In Basel ist bereits jeder 4. Jugendliche davon betroffen. Die Adipositas beschreibt dabei eine extreme Form des Übergewichts, welche schwerwiegende gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann. Adipositas entsteht oft durch Bewegungsmangel und zu viel Essen, kann jedoch aber auch durch Nebenwirkungen einiger Medikamente und Stoffwechselerkrankungen entstehen.

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