Was ist Sucht?

Sucht ist eine Krankheit, die sich auf deinen Körper deine Wahrnehmung, dein Denken und dein Verhalten auswirkt. Fachpersonen verwenden auch den Begriff Abhängigkeit. Eine Sucht entsteht nicht einfach von heute auf morgen. Wie schnell jemand süchtig wird, ist schwer zu sagen. Jede Person reagiert anders und die Suchtmittel machen unterschiedlich schnell abhängig.

Eine Sucht entsteht in verschiedenen Stufen

1. Genuss

Shoppen, Alkohol, im Internet surfen oder PC-Games spielen - Genuss ist grundsätzlich schön und mit Spass verbunden. Es ist wichtig, dass du vernünftig und massvoll konsumierst. Wenn du also ab und an ein Bier mit Freunden trinkst, ist das nicht problematisch. Regelmässig oder viel zu trinken, kann allerdings genau wie zu viel shoppen, surfen oder gamen schnell zum Problem werden.

2. Missbrauch

Es gibt Situationen im Leben, in denen du gestresst oder wütend bist. In solchen Momenten kann die Versuchung gross sein, an einem Joint zu ziehen oder Alkohol zu trinken, um die Probleme zu vergessen oder Frust abzubauen. Wenn jemand aus diesen Gründen Drogen oder Alkohol konsumiert, dann spricht man von Missbrauch.

3. Gewöhnung

Mit der Zeit gewöhnst du dich an den Konsum. Um dieselbe Wirkung zu erzielen, musst du nun mehr konsumieren. Man spricht hier von einer Toleranzsteigerung. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass du nicht wie früher ab zwei Bier, sondern erst ab drei Bier einen Rausch erlebst.

4. Sucht

Gewohnheiten können sich schleichend zu einer Sucht entwickeln. Dann dreht sich das ganze Leben nur noch um das Suchtmittel und Schule, Freunde und Hobbys werden vernachlässigt. Du hast keine Kontrolle mehr über die Menge und den Zeitpunkt des Konsums. Es treten Entzugserscheinungen (zum Beispiel Zittern, Nervosität, Stimmungsschwankungen) auf, wenn du den Konsum reduzierst oder einstellst.


Achtung: Die Übergänge zwischen Genuss und Sucht verlaufen fliessend. Eine Sucht kann sich langsam entwickeln, ohne dass du dir dies bewusst bist!

 

Anzeichen einer Sucht

  • Ich kann nicht mehr auf den Konsum verzichten.
  • Ich merke nicht mehr, wie viel ich konsumiere, der Überblick geht verloren.
  • Ich brauche immer mehr davon (Toleranz steigt).
  • Ich fange an zu zittern oder werde nervös, wenn ich mein Suchtmittel nicht konsumiere oder meinem Suchtverhalten nicht nachgehe.
  • Ich vernachlässige meine anderen Interessen wie Freunde und Hobbys.
  • Ich habe gesundheitliche, berufliche oder andere Nachteile wegen meiner Sucht und konsumiere trotzdem weiter.

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