Legal oder illegal?

Ist Cannabiskonsum strafbar?

Cannabiskonsum ist in der Schweiz verboten und somit illegal. Ebenso sind der Besitz, der Anbau und der Handel von Cannabis nicht erlaubt. Bei volljährigen Personen wird der Cannabiskonsum nur dann angezeigt, wenn es besondere Umstände gibt, zum Beispiel wenn man mehr als 10 Gramm Cannabis besitzt. Ansonsten werden Bussen von circa 100.- Franken ausgesprochen. Bist du noch nicht 18 Jahre alt, sieht es ein wenig anders aus. Jugendliche müssen auch bei kleinen Mengen an Cannabis weiterhin mit einer Strafanzeige rechnen. Die Jugendanwaltschaft entscheidet dann über die Konsequenzen. Häufig wird bei Jugendlichen die obligatorische Teilnahme an Kursen verordnet. In diesen Kursen geht es grundsätzlich um das Thema Sucht sowie um den Umgang mit Suchtmitteln.

Schutzmassnahmen

Zeigt sich beim Strafverfahren, dass seit längerer Zeit und intensiv Cannabis konsumiert wird, können Schutzmassnahmen zum Zug kommen. In Gesprächen, bei welchen auch die Eltern einbezogen werden, wird geschaut, warum konsumiert wird, ob ein Suchtverhalten vorliegt und ob sich negative Auswirkungen des Konsums zeigen. Mögliche Schutzmassnahmen sind:

  • Persönliche Betreuung, beispielsweise durch einen Sozialpädagogen
  • Eine ambulante Behandlung (beispielsweise bei einem Psychotherapeuten)
  • Ein längerer Aufenthalt in einer Klinik

Der Handel mit Cannabis (man spricht auch vom Dealen) wird härter bestraft als der Cannabiskonsum. Wird organisierter Handel mit Cannabisprodukten im grossen Stil betrieben, kann dies zu sehr hohen Bussen und Gefängnisstrafen von mehreren Jahren führen.

Nulltoleranz im Strassenverkehr

Drogen und Strassenverkehr passen nicht zusammen. Bei allen illegalen Drogen und somit auch bei Cannabis gilt die Nulltoleranz. Unter anderem verschlechtern sich deine Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Motorik und Reaktionsfähigkeit durch den Konsum von Cannabis. Lenkt man unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug und wird dabei erwischt, muss man mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen. Der Führerausweis wird immer entzogen. Der Führerausweisentzug dauert:

  • Mindestens 3 Monate, wenn man zum ersten Mal unter Drogeneinfluss fährt und erwischt wird.
  • Mindestens 12 Monate, wenn man innerhalb von 5 Jahren zum zweiten Mal erwischt wird.
  • Mindestens zwei Jahre, wenn man innerhalb von 10 Jahren zum dritten Mal erwischt wird.
  • Für immer, wenn man nach einem Führerausweisentzug von mindestens zwei Jahren erneut erwischt wird.

Zusätzlich zum Führerausweisentzug gibt es immer sehr hohe Bussen und auch Gefängnisstrafen sind möglich. Es gibt heute sehr zuverlässige Tests. Mit Blutanalysen können auch geringste Mengen nachgewiesen werden. Haaranalysen können zeigen, ob ein längerfristiger Konsum besteht. Ist dies der Fall, kann man als fahruntauglich eingestuft werden. Der Führerausweis wird dann langfristig entzogen und es können Therapien verordnet werden. Übrigens: Die (hohen) Analysekosten müssen selber bezahlt werden! Auch wenn man nichts mehr von der Wirkung spürt, kann die THC-Blutkonzentration das gesetzlich erlaubte Minimum von 1,5 Mikrogramm/Liter THC übersteigen.

Ein Beispiel

Ein junger Herr hat am Vorabend einen Joint geraucht. Am nächsten Morgen gerät er in einen Verkehrsunfall. Der Bluttest zeigt, dass er 2,3 Mikrogramm/Liter THC hat. Er gilt damit als fahrunfähig. Versicherungen reduzieren in diesem Fall ihre Leistungen massiv. Kosten werden nur teilweise oder gar nicht übernommen. Ein Unfall kann mehrere hunderttausend Franken kosten. Neben dem möglicherweise entstandenen Sachschaden verursachen insbesondere gesundheitliche Schädigungen mit längerfristigen Folgen und aufwendige Behandlungen immense Kosten. Bis zu 70 Prozent des Betrages für geschädigte Dritte muss der fehlbare Lenker aus eigener Tasche berappen. Zusammenfassend muss man also dringend empfehlen, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten und die Finger von Fahrzeugen zu lassen, wenn man Cannabis oder andere Drogen konsumiert hat.