Tabak und Gesundheit

Tabak als grosser Risikofaktor

Rauchen ist vor mangelnder Bewegung und ungesunder Ernährung der grösste Risikofaktor für chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen, Atemwegserkrankungen und Krebs. Jährlich sterben weltweit über 5 Millionen Menschen frühzeitig an den Folgen ihres Tabakkonsums. In der Schweiz sind es über 9‘000 Menschen jährlich. Das entspricht ungefähr einem Flugzeugabsturz mit 175 Toten pro Woche.

Wieso ist Tabakkonsum schädlich?

Tabakrauch ist ein komplexes Gemisch aus über 4‘000 chemischen Substanzen. Von diesen Substanzen sind mindestens 40 krebserregend. Neben dem Gift Arsen ist zum Beispiel auch Cadmium (in Batterien) oder Teer (für Strassenbau verwendet) enthalten. Dieses Gemisch schadet dem ganzen Körper.

Schwerwiegende Gesundheitsfolgen

Neben den bekannten Erkrankungen der Atemwege kann der Tabakrauch auch für Lungen-, Mundhöhlen-, Kehlkopf-, Magen-, Blasenkrebs und noch viele weitere Krebsformen verantwortlich sein. Auch das Herzkreislaufsystem wird gravierend beeinträchtigt. So sind viele Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Gefässverschlüsse massgeblich durch den Konsum von Tabak verursacht. Weiter schädigt das Rauchen die Augen und Zähne und kann zu Unfruchtbarkeit und Impotenz führen.

Wie wirkt Nikotin?

Nikotin ist ein starkes Nervengift und gelangt in etwa sieben Sekunden über die Lunge ins Blut und anschliessend ins Gehirn. Im Gehirn angekommen dockt das Nikotin an Rezeptoren und unterschiedliche Stoffe werden ausgeschüttet. Diese Stoffe wirken unter anderem auf das Belohnungszentrum im Gehirn. Darum löst Rauchen bei vielen Rauchern ein positives Gefühl aus. Durch regelmässiges Rauchen bilden sich immer mehr solche Rezeptoren, das Verlangen nach Nikotin steigt und der Raucher erhöht die Anzahl gerauchter Zigaretten – ein Teufelskreis.

Nikotin gegen Stress?

Auch wenn viele Raucher glauben, mit Hilfe der Zigarette könnten sie Stress besser abbauen, ist in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall. Durch Rauchen fügt man sich selber Stress zu. Denn der scheinbar entspannende Effekt des Rauchens kommt nur dadurch zustande, dass durch den Griff zur Zigarette die Spannung, die durch Sinken des Nikotin-Levels entstanden ist, wieder aufgehoben wird.

Nichtrauchende rauchen mit

Passivrauch besteht einerseits aus dem ausgeatmeten Tabakrauch der Rauchenden und andererseits aus dem Nebenstromrauch, der von der brennenden Zigarette in die Luft gelangt. Die Gifte aus dem Rauch sind also auch für alle anwesenden Nichtrauchenden schädlich, denn der Tabakrauch enthält - egal ob direkt oder indirekt eingeatmet - eine ähnliche chemische Zusammensetzung.

Grosse gesundheitliche Belastung

Dass Passivrauchen schädlich für die Gesundheit ist, haben bereits viele Studien eindeutig gezeigt. Beispielsweise erhöht sich für Nichtraucherinnen und Nichtraucher das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken um 20 Prozent, wenn sie mit Rauchern im gleichen Haushalt leben. Bist du stark und vor allem regelmässig Passivrauch ausgesetzt, erhöht sich dein Lungenkrebsrisiko sogar um 100 Prozent und ist gleich hoch wie bei einer Raucherin oder einem Raucher. Das Risiko eines Hirnschlags ist bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern, die dem Passivrauch ausgesetzt sind, doppelt so hoch wie bei Nichtrauchenden, die keinem Passivrauch ausgesetzt sind.

Gesetze zum Schutz vor Passivrauchen

Seit dem 1. Mai 2010 ist es schweizweit verboten, in geschlossenen Räumen, die mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen oder die öffentlich zugänglich sind (zum Beispiel in öffentlichen Verwaltungsgebäuden, Spitälern, Schulen, Museen, Theatern und Einkaufszentren) zu rauchen.

Die kantonale Gesetzgebung Basel-Stadt ist noch etwas strenger. Rauchen ist in allen Restaurants grundsätzlich verboten, ausser in abgetrennten Raucherräumen (Fumoirs), in welchen keine Bedienung zugelassen ist.

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